Ärztezentrum Lennep

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Mittwoch, 13. März 2013

Die unerkannte Krankheit

Weltnierentag 2013 steht unter dem Motto "Akutes Nierenversagen vermeiden" / Ärztezentrum Lennep in Remscheid rät zur Früherkennung

Remscheid, 13. März 2013. Der diesjährige Weltnierentag am 14. März steht unter der Überschrift "Akutes Nierenversagen vermeiden". "Ein akutes Nierenversagen kann heute in vielen Fällen gut und erfolgreich behandelt werden", erklärt Nierenärztin Gerda Bürgin vom via medis Ärztezentrum Lennep in Remscheid,  dessen Schwerpunkt die Versorgung von Nierenpatienten bildet. Und sie weist zugleich auf Risikofaktoren und Möglichkeiten der Vorbeugung hin.

Bei einem akuten Nierenversagen ist die Nierenfunktion so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass die Organe giftige Substanzen, Blutsalze und Wasser nicht mehr ausreichend ausscheiden können. Für das Nierenversagen gibt es eine Vielzahl von Ursachen. Dabei ist zwischen dem akuten Nierenversagen, bei dem die Nierenfunktion schnell und meist binnen Stunden zusammenbricht, und dem chronischen Nierenversagen zu unterscheiden, bei dem die Nierenleistung kontinuierlich über einen längeren Zeitraum hinweg bedrohlich abnimmt.

Ein akutes Nierenversagen kann Folge einer prärenalen, renalen oder postrenalen Schädigung sein. Bei der prärenalen Schädigung liegt die auslösende Ursache vor der Niere (prä-renal). Verantwortlich ist ein niedriger Blutdruck im Rahmen eines Kreislaufzusammenbruchs ausgelöst z. B. durch eine schwere Erkrankung, einen hohen Blutverlust oder ein so genanntes Multiorganversagen. Bei einer renalen Schädigung ist die Niere (lateinisch: ren) unmittelbar betroffen. Immunerkrankungen, Giftstoffe, Alkohole, Schwermetalle, manche Schmerzmittel und bestimmte Antibiotika können dafür verantwortlich sein. Bei der postrenalen Schädigung führt ein Problem, das im Urinabfluss, also hinter der Niere (post-renal) liegt, zur Nierenfunktionsstörung. Zum Beispiel kann eine Harnabflussstörung Folge einer vergrößerten Prostata, eventuell eines Nierensteins oder auch Folge eines abgedrückten Harnleiters bei einer Schwangerschaft sein, erläutert Nierenspezialistin Gerda Bürgin.

"Patienten mit einem akuten Nierenversagen", erklärt Gerda Bürgin, "behandeln wir in den meisten Fällen sehr gut und erfolgreich." Meist erholen sich die Nieren rasch durch eine  Behandlung bzw. Beseitigung der auslösenden Ursache. Im Falle einer Immunerkrankung kommen zumeist Kortison und  andere Medikamente zum Einsatz. Bei Abflussstörungen muss die Urinpassage wiederhergestellt werden. Im seltenen Falle eines fortgeschrittenen Nierenversagens ohne unmittelbare Aussicht auf Erholung der Organe muss die Funktion durch ein Nierenersatzverfahren mehr oder weniger lange übernommen werden.

Oft kommt schon nach wenigen Tagen die volle Leistungsfähigkeit der Nieren zurück. Ein Wiedereinsetzen der Funktionen kann aber auch bis zu drei Monate in Anspruch nehmen. In etwa 40 bis 50 Prozent der Fälle bleibt dann allerdings eine chronische Funktionseinschränkung der Nieren bestehen. Eine dauerhafte engmaschige nephrologische Betreuung ist für eine bestmögliche Konservierung der Nierenfunktion unverzichtbar. Bei besonders schweren Krankheitsverläufen ist eine dauerhafte Nierenersatztherapie im Rahmen der Hämo- oder Bauchfelldialyse) notwendig.

In vielen Fällen, unterstreicht Nierenspezialistin Gerda Bürgin, können Patienten selbst einen großen Beitrag zum Schutz ihrer Nieren leisten. So sollten besonders gefährdete Patienten mit Bluthochdruck, Diabetes, Herz- und natürlich chronischen Nierenerkrankungen auf eine optimale Einstellung der Grunderkrankung sowie regelmäßige Besuche beim Nephrologen achten. Auch der Gebrauch von Antibiotika und  Schmerztabletten sollte vom Arzt streng überwacht werden. Eine besondere Risikogruppe stellen Patienten über 70 Jahre. Dort ist allein das Alter die Ursache für die erhöhte Wahrscheinlichkeit, in ein akutes Nierenversagen zu geraten.

Darüberhinaus empfiehlt die Ärztliche Leiterin des Zentrums und Fachärztin für Innere Medizin und Nierenheilkunde, vor allem bei Vorliegen von Risikofaktoren, regelmäßig die Blut- und Urinwerte untersuchen zu lassen. So können Risiken schnell und für den Patienten nicht belastend erkannt werden. "Je früher wir ein Gesundheitsrisiko für die Nieren erkennen, desto besser können wir helfen und entweder die Krankheit heilen oder aber sie zumindest verlangsamen", sagt Gerda Bürgin. Die Ambulanz des Ärztezentrums Lennep in Remscheid ist genau auf solche Fragen und die entsprechende Diagnostik spezialisiert.